Das Bahn-Event im Münsterland

Bahn- & Öffi-Tage vom 30. April bis 9. Mai 2027

Die 2027 erstmals durchgeführten Münsterland Bahn-Tage wurden vom Regionalvorstand Münsterland von Pro Bahn Nordrhein-Westfalen e.V. ins Leben gerufen. Das Ziel der Bahn-Tage ist eindeutig, wie der Münsterländische Pro Bahn-Vorsitzende Werner Szybalski verdeutlicht: „Die Eisenbahn – insbesondere die Deutsche Bahn – ist schnell Projektionsfläche für negative Nachrichten. Wir möchten mit den zehn Tagen die positiven Aspekte der Bahn ins Bewusstsein der Münsterländerinnen und Münsterländer rufen. Dazu laden wir Verkehrsunternehmen sowie Eisenbahnfreundinnen und -freunde, egal ob allein oder organisiert unterwegs, und alle an der Bahn interessierten Menschen ein, gemeinsam die Münsterland Bahn-Tage zu gestalten und zum Erfolg zu führen.“

Der „Warendorfer“, die RB 67, wird bei den Münsterland Bahn-Tagen 2027 aus aktuellen und historischen Aspekten ein Thema werden. (Foto: Werner Szybalski)

Tägliche Neuigkeiten – redigiert von Mitarbeiter:innen der Münsterland Bahn-Tage 2027 – rund um den Öffentlichen Verkehr auf Schiene und Straße nicht nur im Münsterland finden sich auf Facebook.

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WLE-Strecke kann gebaut werden

OVG entscheidet pro Bahn

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) heute mitteilte, hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster zwei Eilanträge, die von 15 Anwohner:innen aus Münster eingereicht worden waren, mit denen die Reaktivierung der Bahnstrecke der Westfälische Landeseisenbahn (WLE) zwischen Sendenhorst und Münster grundsätzlich verhindert werden sollte, abgewiesen. „Damit können die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehenen Arbeiten nach einer vorläufigen Einschätzung des OVG beginnen.“, schrieb die dpa. Der Planfeststellungsbeschluss war nach einer rund fünfjährigen Prüfung bei der Bezirksregierung Münster am 30. Januar 2026 ergangen. Der Beschluss des OVG ist nicht anfechtbar. Das Aktenzeichen der abgeschlossenen Verfahren: Az.: 11 B 303/26.AK und 11 B 342/26.AK. Fünf weitere Klagen von Anwohnern gegen den Planfeststellungsbeschluss sind noch anhängig, wie das Gericht mitteilte. In zwei Fällen ginge es auch um Grundstückfragen.

WLE-Güterzug in Angelmodde. (Bild: © Bezirksregierung Münster)
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Im Nachtzug

Von Gerhart Hauptmann

Es poltert der Zug durch die Mondscheinnacht,
die Räder dröhnen und rasen.
Still sitz’ ich im Polster und halte die Wacht
unter sieben schnarchenden Nasen.
Die Lampe flackert und zittert und zuckt,
und der Wagen rasselt und rüttelt und ruckt,
und weit, wie ins Reich der Gespenster,
weit blick’ ich hinaus in das dämmrige Licht,
und schemenhaft schau’ ich mein blasses Gesicht
im lampenbeschienenen Fenster.

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Reaktivierung: 170 Millionen für die WLE

Verkehrsminister Krischer übergibt Förderbescheid

Am Freitagmittag (16. Oktober 2026) gab es beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) im vierten Stock an der Schorlemerstraße 26 in Münster einen großen Bahnhof für einen kleinen Brief. Dieser enthielt allerdings viele Millionen Euros für die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Sendenhorst und Münster. Aus Düsseldorf war NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer angereist. Er überreichte den insgesamt 170 Millionen schwerem Förderbescheid an den Geschäftsführer der Westfälischen Landeseisenbahn, Detlef Berndt. Neben den NWL-Vertreter:innen waren auch Sendenhorst Bürgermeisterin Katrin Reuscher, Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs, Warendorfs Landrat Dr. Olaf Gericke und Regierungspräsident Andreas Bothe bei diesem feierlichen und freudigen Ereignis dabei.

Katrin Reuscher (v.l.), Bürgermeisterin von Sendenhorst, Dr. Martin Uhlendorf, Leiter Infrastrukturförderung beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), Nils Werner, Leiter Geschäftsbereich Markt & Kunde beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), WLE-Geschäftsführer Detlef Berndt, NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer, Landrat Dr. Olaf Gericke, Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs und Regierungspräsident Andreas Bothe bei der Übergabe des Förderbescheids. Mit Förderzusagen haben der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen die Finanzierung des 187-Millionen-Euro-Projekts gesichert. (Foto: Stadt Münster / Michael Lyra)

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Vorortbahnhof

Auf grüner Böschung glüht des Abends Schein.
Die Streckenlichter glänzen an den Strängen,
Die fern in einen Streifen sich verengen
Da braust von rückwärts schon der Zug herein.

Die Türen gehen auf. Die Gleise schrein
Vom Bremsendruck. Die Menschenmassen drängen
Noch weiß vom Kalk und gelb vom Lehm. Sie zwängen
Zu zwanzig in die Wagen sich herein.

Der Zug fährt aus, im Bauch die Legionen.
Er scheint in tausend Gleisen zu verirren,
Der Abend schluckt ihn ein, der Strang ist leer.

Die roten Lampen schimmern von Balkonen.
Man hört das leise Klappern von Geschirren
Und sieht die Esser halb im Blättermeer.

Das Gedicht „Vorortbahnhof“ stammt aus der Feder von Georg Heym. (Berlin VI)

Zum Gedicht
„Vorortbahnhof (Berlin VI)“ ist ein expressionistisches Gedicht von Georg Hey, das im Juli 1910 entstanden ist und das düstere, anonyme Treiben an einem abendlichen Vorortbahnhof in Berlin schildert. Das Gedicht beschreibt eine bedrückende, maschinelle Abendstimmung. Lichter glänzen an den Schienen, und ein Zug braust heran. Die einsteigenden Menschenmassen werden als anonyme Legionen dargestellt, die – „weiß vom Kalk und gelb vom Lehm“ – gedrängt in die Wagen strömen. Quelle: Projekt Gutenberg

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Bundesregierung fördert WLE-Reaktivierung

CDU-MdB Henning Rehbaum: Es gibt rund 158 Millionen Euro vom Bund dazu

Eine Pressemitteilung des Warendorfer Bundestagsabgeordente Henning Rehbaum läßt die Befürworter:innen der WLE-Reaktivierung sowie das Unternehmen und die Städte Sendenhorst und Münster aufatmen. Rehbaum verkündete in einer aktuellen Pressemitteilung die Zusage der Regierung Merz für die Finanzierung der Reaktivierung der Strecke Münster-Sendenhorst.

Der Bund übernimmt nach Angaben des CDU-Bundestagsabgeordneten Henning Rehbaumie für die Baumaßnahmen zur Reaktivierung der WLE-Strecke zwischen Münster und Sendenhorst, im Bild der alte Bahnhof in Albersloh, 90 Prozent der Kosten. (Foto: Werner Szybalski)
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Premiere in Münster: Modellbahn und mehr

„Im Herbst beginnt die Modellbahn-Saison“

Von Werner Szybalski

Erstmals führt der Modellbahnverband in Deutschland (MOBA) „Die Modellbahn und mehr“ auf rund 5.000 m² in Münsters Messehalle Nord durch. „Wir haben drei Jahrzehnte Erfahrung in der Organisation solcher Veranstaltungen“, erklärte am Donnerstag (17. September 2026) Jürgen Wiethäuper, Präsident des MOBA beim Rundgang durch die Halle im MCC Halle Münsterland, wo die 70 Aussteller:innen, darunter 30 ehrenamtliche Organisationen beziehungsweise Einzelpersonen, mitten im Aufbau waren. Hintergrund dieser kryptischen Aussage ist, dass es nach 30 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit im vergangenen Jahr zwischen den organisierten Modellbahnern und der Dortmunder Messegesellschaft zum Bruch kam. Die MOBA, Interessenvertretung der aktiven Modellbahner:innen in der Bundesrepublik, wollte – zu den geänderten Konditionen der Dortmunder Messegesellschaft – nicht mehr Teil der „intermodellbau“ sein. Sie ist größte Messe dieser Art, die im Frühjahr veranstaltet wird. Nun profitiert Münster davon, denn es ist angesichts der Teilnehmer nicht unwahrscheinlich, dass sich „Die Modellbahn und mehr“ dauerhaft in der Domstadt etabliert.

Der fiktive Bahnhof in Lottbergen zeigt eine typische Szene aus dem Bahnhofsumfeld im ländlichen Münsterland in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. (Fotos: Werner Szybalski)
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Region steht geschlossen hinter WLE-Reaktivierung

Anliegerkommunen und WLE wollen die Planungen vorantreiben

Von Benedikt Brüggenthies (mein-Wadersloh.de)

Nächster Halt Wadersloh? Die Reaktivierung der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) für den Schienenpersonennahverkehr soll nach dem Willen der beteiligten Kommunen nicht in Sendenhorst enden. Auch der südliche Abschnitt über Ennigerloh, Beckum und Wadersloh bis nach Lippstadt soll weiterverfolgt werden. Bei einem gemeinsamen Austausch auf Initiative des Ennigerloher Bürgermeisters Marc Berendes und des heimischen Bundestagsabgeordneten Henning Rehbaum (beide CDU) wurde jetzt deutlich: Entlang der Strecke besteht breite Unterstützung für das Vorhaben. Bei dem Austausch waren aus Wadersloh Kämmerer Norbert Morfeld und Wirtschaftsförder Mathias Acar vor Ort.

Foto: Nils Schauerte | Büro Rehbaum

Die Vertreter der Anliegerkommunen kamen gemeinsam mit der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) zusammen, um sich über den aktuellen Stand einer möglichen Reaktivierung der Strecke von Sendenhorst über Wadersloh bis Lippstadt zu informieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Ergebnisse der bereits abgeschlossenen Machbarkeitsstudie und die Frage, wie das Projekt nun aus der Untersuchungsphase in eine konkrete Planung überführt werden kann.

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Biberbahn lebt durch das Ehrenamt

Reaktivierung für tägliches Angebot wäre rentabel

Die Menschen im Südwesten der Republik nehmen die Dinge schon mal selbst in die Hand. Dies nachweislich schon seit über 500 Jahren, als die später von Adel und Klerus blutig niedergeschlagenen Bauernkämpfe im Südschwarzwald ausbrachen, weil die abgedrehte Idee der Ehefrau des Grafen Sigmund II. von Lupfen-Stühlingen die Bauern zum Aufstand zwang. Mitten im auf dem Feld arbeitsreichen Juni sollten die leibeigenen Bauern, statt auf das Feld zu gehen, für die Gräfin Schneckenhäuser und Waldbeeren sammeln. Sie wollte Beerenmus einkochen lassen und Garn auf die Schneckenhäuser wickeln lassen, berichten gleich drei alte Quellen. Dieser Aufstand im heutigen Landkreis Waldshut, direkt an der Schweizer Grenze, war das Fanal für die folgenden Aufstände zwischen Thüringen und Südtirol, die als Bauernkriege bekannt wurden. Nicht kriegerisch, aber mindestens mit dem gleichen hohen Engagement gehen heute Menschen in der Nähe in Opposition zur grün-schwarzen baden-württembergischen Landesregierung unter Ministerpräsident Cem Özdemir vor. Sie betreiben zu besonderen Anlässen wie Fasnacht und an Sonn- und Feiertagen die „Biberbahn“, die dank ehrenamtlichen Engagements von Stockach (Kreis Konstanz) nach Mengen (Kreis Sigmaringen) fährt.

Die „Biberbahn“ in Baden-Württemberg, hier beim Einsatz zu Fasching 2026, fährt derzeit nur, weil es starkes ehrenamtliches Engagement gibt. (Foto: Förderverein Ablachtalbahn)
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58.000 Borkener:innen vom ÖPNV abgehängt

ÖV-Atlas von „Agora Verkehrswende“ zeigt große Unterschiede beim Bus- und Bahnangebot

Das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs ist weder in Deutschland noch im Münsterland überall gleich gut. Es gibt große Unterschiede, wie der Anfang September veröffentlichte ÖV-Atlas für Deutschland des Thinktanks Agora Verkehrswende zeigt. Sie haben dafür aktuelle Fahrplan- und Bevölkerungsdaten aller Gemeinden und Kreise in Deutschland ausgewertet. Analysiert wurde unter anderem, wie weit Menschen von einer Haltestelle entfernt wohnen und welche Verkehrsmittel bei ihnen in welcher Taktdichte abfahren. „Die daraus abgeleiteten Güteklassen von A für die beste bis F die schwächste Anbindung bieten einen einheitlichen Maßstab für die Beurteilung der Versorgungsqualität im öffentlichen Verkehr“, versichert Agora Verkehrswende.

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RadBahn-Touren von Lutum nach Rheine (1. Teil)

Leider ist die traditionsreiche Bahnstrecke vom Ruhrgebiet durch das Münsterland zur Nordsee zwischen Coesfeld-Lutum und Rheine abgebaut. Zum Glück ist die Strecke nun als RadBahn-Tour mit der Leeze (oder den Inlinern) zu befahren. Genau dies wird der Münsteraner Wolfgang Bensberg auf zwei Rädern während der Münsterland Bahn-Tage 2027 in drei Varianten anbieten Dabei besitzt bei An- und Abreise sowie bei vielen Stationen auf der Tour die Eisenbahn eine bedeutende Rolle.

Etwas Trauer schwang auf dem ehemaligen Bahnhof in Horst-
mar schon mit, als der Personenverkehr auf der Strecke 1984 eingestellt wurde.
(Foto: Franz Neugebauer)
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