Premiere in Münster: Modellbahn und mehr

„Im Herbst beginnt die Modellbahn-Saison“

Von Werner Szybalski

Erstmals führt der Modellbahnverband in Deutschland (MOBA) „Die Modellbahn und mehr“ auf rund 5.000 m² in Münsters Messehalle Nord durch. „Wir haben drei Jahrzehnte Erfahrung in der Organisation solcher Veranstaltungen“, erklärte am Donnerstag (17. September 2026) Jürgen Wiethäuper, Präsident des MOBA beim Rundgang durch die Halle im MCC Halle Münsterland, wo die 70 Aussteller:innen, darunter 30 ehrenamtliche Organisationen beziehungsweise Einzelpersonen, mitten im Aufbau waren. Hintergrund dieser kryptischen Aussage ist, dass es nach 30 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit im vergangenen Jahr zwischen den organisierten Modellbahnern und der Dortmunder Messegesellschaft zum Bruch kam. Die MOBA, Interessenvertretung der aktiven Modellbahner:innen in der Bundesrepublik, wollte – zu den geänderten Konditionen der Dortmunder Messegesellschaft – nicht mehr Teil der „intermodellbau“ sein. Sie ist größte Messe dieser Art, die im Frühjahr veranstaltet wird. Nun profitiert Münster davon, denn es ist angesichts der Teilnehmer nicht unwahrscheinlich, dass sich „Die Modellbahn und mehr“ dauerhaft in der Domstadt etabliert.

Der fiktive Bahnhof in Lottbergen zeigt eine typische Szene aus dem Bahnhofsumfeld im ländlichen Münsterland in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. (Fotos: Werner Szybalski)

Schiene, Straße, Landschaft

Am Freitag um 10 Uhr öffnet die Messe für die Besucher:innen ihre Türen. Jürgen Wiethäuper und Karl-Friedrich Ebe, Leiter Messeorganisation des Modellbahnverbands in Deutschland, sind überzeugt, dass die dreitägige Veranstaltung ein Erfolg wird: „Dies ist keine rein kommerzielle Veranstaltung. Wir erreichen viele, sehr viele Modellbahner und Modellbahnerinnen, von denen es leider immer noch zu wenige gibt, sowohl als Aussteller:innen wie auch als Besuchende. Selbst internationale Gäste sind auf beiden Seiten vertreten.“

Jürgen Wiethäuper (l.), Vorsitzender des Modellbahnverband in Deutschland, und Karl-Friedrich Ebe, Leiter Messeorganisation des Verbandes, präsentierten der Presse am Vortag der Eröffnung schon die ersten aufgebauten Modellbahnen und Landschaften.

„Hobby für große Kinder“

Natürlich gibt es in der Ausstellung, zum Beispiel am zentralen Stand des Modellbahnverbandes, genügend Spielmöglichkeiten für kleine Modellbahnfans, doch Jürgen Wiethäuper räumte freimütig ein: „Modellbau ist ein Hobby für große Kinder!“ Sein Kollege Karl-Friedrich Ebe ergänzte: „Handwerkliches Geschick ist dabei durchaus von Vorteil. Viele Tischler sind auch Modell- oder Landschaftsbauer.“

300 Meter Gleis am Stück

Es gibt jede Menge Gleise und darauf verkehrende Züge zu sehen. Eine Anlage in der Halle toppt aber alles: Der Modelleisenbahnclub (MEC) aus Münster hat gemeinsam mit dem MMV Bremen-Nord eine HO-Bahn mit 300 Meter Gleislänge aufgebaut. Dieses Werk ist eine Deutschlandpremiere, die nach der Nord-Modul-Norm gebaut wurde. Aus über 100 Modulen, darunter auch welche, die von der MEC-Jugendgruppe gestaltet wurden, entstand eine vielgleisige Anlage mit einer Länge von knapp 100 Metern. Mit dabei vier Bahnhöfe und zwei große Abstellbahnhöfe. Der MEC hat auch Lokalkolorit verbaut, denn der Bahnhof Hiltrup ist nachgebaut und auch Mecklenbeck findet sich auf der Anlage.

MEC-Modell: Die Bahnlandschaft in Mecklenbeck.
MEC-Modell: Vorn die Firma Rockwool und hinten der Bahnhof in Hiltrup.

Geöffnet ist am Freitag und Samstag von 10 Uhr bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 14 Euro (ermäßigt 12 Euro und Familienkarte 36 Euro) und gilt an allen drei Tagen.

Der staunende Autor mit seiner ersten Modelleisenbahn, die er aber eher für seinen Vater von dem geschenkt bekommen hatte.
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