Teilnehmer:innen

Pro Bahn Münsterland

Pro Bahn Münsterland ist der Regionalverband von Pro Bahn Nordrhein Westfalen. Er ist ein Fahrgastverband, der den Öffentlichen Verkehr auf der Schiene und auf der Straße kritisch unterstützt. Im Münsterland hat Pro Bahn seinen Sitz im Umwelthaus in Münster (Zumsandestraße 15, 48145 Münster). An jedem zweiten Donnerstag im Monat tagt ab 18 Uhr dort öffentlich der Bezirksvorstand. Die Arbeitsgruppe „Straßenbahn für Münster“ trifft sich zeitgleich aber am ersten Donnerstag des Monats. Der Bahn-Tage-Stammtisch findet um 18 Uhr an jedem vierten Donnerstag im Conti-Bistro statt.

Die Karnevalsgesellschaft Pängelanton e.V. entstand 1932 aus der Gemeinschaft der Laienspieler:innen des plattdeutschen Theaterstücks „De Pängelanton“. Die Aufführung war in ihrem Stadtteil Gremmendorf war so erfolgreich, dass dies zünftig gefeiert werden musste. Dies Ereignis fiel genau in die Karnevalszeit 1932/33. Unter dem Motto „Alltied unwies, un‘ von Dage ers‘ recht“ wurde ein zünftiges Karnevalsfest – Geburtsstunde der Karnevalsgesellschaft. Die KG betreibt das „Pängelanton-Museum“ (Albersloher Weg 419, 48167 Münster-Gremmendorf). Im Mittelpunkt der Freilichtanlage des Museums steht eine Dampflok der Baureihe T 9/3, Baujahr 1902, Henschel-Werke, Kassel. Sie ist eine der wenigen erhaltenen Exemplare dieser Baureihe.

Das WLE-Eisenbahnmuseum in Stadtlohn (Kreis Borken) an der ehemaligen Bahnstrecke Borken-Burgsteinfurt wurde 1996 vom am 31. Januar 1985 gegründeten Eisenbahnclub Stadtlohn e.V. eröffnet. Das Museum befindet sich in der alten Güterabfertigung des Bahnhofs Stadtlohn (Bahnallee 2 -4, 48703 Stadtlohn). Der Eintritt beträgt pro Person ein Euro. Schulklassen, Kindergärten oder private Gruppen können eine eigene Besichtigung buchen. Der Eisenbahnclub Stadtlohn hat über die Jahre Fotos, Dokumente, Werkzeuge, Ausstattungsteile und Eisenbahnutensilien der Westfälischen Nordbahn gesammelt. Nach und nach kamen dann auch die Denkmallokomotive, der Personenwagen „Donnerbüchse“, eine Motor-Draisine und eine alte Dampfwalze hinzu. Weitere Signale, eine Schrankenanlage und eine Bahnhofsuhr erweiterten das Museumsangebot.

Die Eisenbahnfreunde Lengerich e.V. betreiben unter anderem das Westfälische Feldbahnmuseum in Lengerich (Lienener Straße 15, 49525 Lengerich). Im Frühjahr 1978 riefen die drei jungen Hohner Jungs Holger Gräler, Uwe Hilgemann und Detlev Höhn eine Initiative ins Leben, um eines der vom Abriss bedrohten Stellwerke im Bahnhof Lengerich zu retten und es zum Treffpunkt für Gleichgesinnte herzurichten. 1979 wurde durch zwölf Enthusiasten der Verein „Eisenbahnfreunde Lengerich e.V.“ gegründet. Seit der Vereinsgründung wurde auch der Bau einer vereinseigenen Modellbahnanlage geplant. Nach Jahren des Planens und Bauens konnte 2025 die Modellbahn des Vereins offiziell eröffnet werden. Im Westfälischen Feldbahnmuseum sind nicht nur viele restaurierte Feldbahnen zu bewundern, sondern die Besucher:innen dürfen in dem lebendigen Museum fast alles anfassen und auch auf Feldbahnanhängern mitfahren.

Ulrich Gerbing, Autor aus Münster und begeisterter Wanderer, hat im BusGang Verlag, städtische Wandertouren durch Münster veröffentlicht, die immer im Zusammenhang mit dem Öffentlichen Personennahverkehr stehen. „Die Idee ist so einfach wie genial. Mit dem Linienbus bis zur Endhaltestelle fahren und den Weg zurück wandern. Genau das macht Ulrich Gerbing. Gemeinsam mit dem Verleger Peter Schuto aus Paderborn ist es Gerbing auf diese Weise ein verblüffendes Werk gelungen, das Neu-Münsteranern ebenso wie alteingesessenen Bürgern die Gelegenheit bietet, auch weniger bekannte Ecken der Domstadt auf neuen Wegen zu entdecken“, schrieb „Alles Münster“ in einer Rezension.

Der MEC Münster ist der Modelleisenbahnclub in der Westfalenmetropole. Nebenbei die größte Vereinigung von Modellbahner:innen im Münsterland. Eng angelehnt an die Deutsche Bundesbahn entstand der Club schon 1949. Der Gründer Enno Janßen wollte damals ein wenig Ablenkung und Freude in den Alltag der Münsteraner:innen bringen. Gegründet in der Reichsbahnkantine des alten Reichsbahn-Direktionsgebäude wurde die erste Modellbahnanlage im Keller des ehemaligen Luftgaukommandos gebaut. Heute basteln und zeigen die münsterschen Modellbauer:innen, zudem die Kulturgruppe des BSW + EWH (ehemals Bundesbahn-Sozialwerk und Stiftung Bahn-Sozialwerk) ihre „Schätze“ in die Räumlichkeiten der ehemaligen Fahrleitungsmeisterei am Industrieweg 72.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Münsterland ist schon seit den 80er Jahren in Münster und den umliegenden Kreisen verkehrspolitisch aktiv. Er setzt sich als Umwelt- und Verbraucherverband für die ökologische und sozialverträgliche Mobilitätswende in Münster und im Münsterland ein. Dabei legen die VCDler:innen den Focus auf eine gleichwertige, gleichberechtigte Einbeziehung aller Verkehrsteilnehmer, was angesichts der vorherrschenden Verkehrssituation in der Region bedeutet: konsequenter Ausbau des Umweltverbundes (Fußgehende, Fahradfahrende, ÖPNV) bei gleichzeitiger Zurückdrängung des Motorisierten Individualverkehrs (MIV).

Es wird bei den Münsterland Bahn-Tagen auch geführte Radtouren zu Bahnthemen geben. Vamos- und ADFC-Fahrradguide Bernd Uppena wird zum Beispiel an Vatertag eine geführte Tour durch Münster anbieten, bei der Bahnthemen aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft auf einer „Acht“ durch die Domstadt angefahren. Vom Hauptbahnhof geht es unter anderem zum geplanten Nordkreuz, dem ehemaligen Bahnhof Marienthal, der „Trümmerlok“, dem WLE-Bahnhof Albersloher Weg, dem Pängelanton-Eisenbahnmuseum, der Umgehungsbahn, den ehmaligen Haltepunkten Preußen-Stadion und Geist und endet am Betriebswerk der Deutschen Bahn.

Der Münsteraner Heinz-Ulrich Grumpe ist ein passionierter und ausgezeichneter Modellbauer aus Münster. Der gebürtige Sauerländer wird bei der Modellbahn-Ausstellung innerhalb der Münsterland Bahn-Tage 2027 am zweiten Maiwochenende ausstellen. Bekannt ist Heinz-Ulrich Grumpe unter anderem, weil er das Dorf Suchtdrup nicht nur erst erfunden hat, sondern anschließend auch im Modell verwirklicht hat. Suchtdrup mit dem gleichnamigen Bahnhof liegt im südwestlichen Münsterland an einer „privaten“ Eisenbahnstrecke. Zeitlich ist das Modell im Jahre 1965 anzusiedeln. „So hätte es in Suchtrup Mitter der 60er Jahfre aussehen können“, unterstreicht Heinz-Ulrich Grumpe.

Für ihr Buch „Nachtzugtage“ erhielt die Autorin Millay Hyatt 2025 den Ilse-Schwepcke-Preis für Reiseliteratur von Frauen. Die gebürtige Amerikanerin, die aber schon als Zehnjährige eine Schule in Freiburg im Breisgau besuchte, lebt heute in Berlin. Bei den Münsterland Bahn-Tagen 2027 wird die Reiseschriftstellerin Millay Hyatt in verschiedenen Orten des Münsterlandes aus ihren aktuellen Büchern „Nachtzugtage“ sowie „Wie viele Tage muss ich gehen“ lesen. Insbesondere mit dem „erzählenden Sachbuch“ über ihre große Leidenschaft „lange Nachtzugreisen und die Tage dazwischen“ wird die 53-jährige die Bahnfreund:innen begeistern. Schließlich verfasst Hyattt in literarische Worte, was viele Bahnfans teilen: Den Reiz der „ungepolsterten Begegnung mit der Welt“ auf der Schiene.

Mit dem Leitgedanken „Bewahren und Beleben“ verbindet der Heimatverein Billerbeck Jung und Alt, um das historische Erbe Billerbecks für kommende Generationen lebendig zu halten. In den frühen 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts förderte die Vorgängerorganisation, der Verkehrsverein, insbesondere den Tourismus in Billerbeck durch Ortsprospekte, Wanderkarten und das Bauen des „Ludgerus-Express“, einem Traktor-Gefährt für Stadt- und Erlebnisfahrte). Zudem engagierte er sich stark bei Baumpflanzaktionen und traditionsreichen Festen. So kam es dass am 10. Dezember 1971 die Gruppe den Heimatverein Billerbeck gründete. Erster Vorsitzender war Theo Niehof. Heute führt Monika Stockmann die Vereinigung. Während der Münsterland Bahn-Tage wird der Heimatverein Billerbeck (am 4. oder 7. Mai) einen geführter Rundgang vom Bahnhof Billerbeck durchführen, dem sich ein Vortrag des örtlichen Eisenbahnexperten Pater Dr. Daniel Hörnemann im Landwirtschaftschule anschließt.

Wolfgang Bensberg / RadBahn

Auf der alten Eisenbahnstrecke zwischen Coesfeld-Lutum und Rheine wird der erfahrene Fahrradguide Wolfgang Bensberg Touren auf der sogenannten „RadBahn Münsterland“ führen. Dort wo einst täglich dutzende Züge rollten, sind heute unzählige Radler:innen unterwegs. Die ehemalige Bahnstrecke zwischen den lebendigen Einkaufsstädten wurde zu einem erstklassigen Radweg ausgebaut. Diese einfach zu bewältigende mit einer komfortablen, drei Meter breiten Asphaltdecke ausgestattete Strecke, die zudem nur geringe Höhenunterschiede aufweist, Fahrstrecke ist ideal zum Radeln und auch für Ungeübte oder Anfänger:innen geeignet. Auf den knapp 50 Kilometern ist vergangene Bahngeschichte (Hektometersteine, Signalmastanlagen, Bahnhöfe, Schranken, Waggons, Draisinen, . . .) erlebbar.

Der Nordwalder Daniel Matlik ist Eisenbahner durch und durch. Selbst seine Abschlussarbeit für das Geografie-Studium drehte sich um die Eisenbahn. Die Strecke Münster – Gronau war das Thema der Diplomarbeit des Trainspotters aus Leidenschaft. Zu Hause unter dem Dach hat sich Matlik eine eigene Eisenbahnwelt geschaffen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Claus Ufermann aus Münster wird Matlik bei den Münsterland Bahn-Tagen 2027 ein Programm in Nordwalde auf die Beine stellen. Selbstverständlich ist die Bahnstrecke an der auch seine Heimatstadt liegt ein Punkt. Aber auch seine teilweise selbst gebauten Modellbahnen wird ein Thema werden. Vielleicht werden auch einige Bilder des Trainspotters zu sehen sein.

Das Museum Buurtspoorweg im niederländischen Haaksbergen öffnet während der Münsterland Bahn-Tage 2027 für die Besucher:innen ihre Türen. Zudem wird es Fahrten mit der historischen Eisenbahn zum Bahnhof Boekelo geben. Das Museum in Haaksbergen, kurz hinter der Landesgrenze, liegt an der ehemaligen von der Geldersch-Overijsselsche Lokale Eisenbahn-Gesellschaft betriebenen Strecke von Winterswijk nach Enschede. Der Trägerverein des Museums wurde 1964 von einer Gruppe von Straßenbahnfreunden, dem Comité Vrienden van het Trammuseum (CvTM), in Enschede gegründet. Nach der Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke der Ahaus-Enscheder Eisenbahn (AEE) erwarb das Museum seinen ersten Triebwagen (T 10). Seit 1969 bieten sie Eisenbahnfahrten an. Wegen Streckenabbau oder Kürzungen verlagerte sich das Vereinsgeschehen immer weiter von Enschede nach Haaksbergen.

Zum Auftakt der Münsterland Bahn-Tage 2027 am 30. April 2027 ist Pro Bahn (Mit-)Veranstalter des geplanten Symposium „Nachhaltiger Öffentlicher Verkehr im ländlichen Raum“. Der Pro Bahn-Vorsitzende Prof. Dr. Lukas Iffländer wird dabei zum Thema „Der Öffentliche Verkehr im ländlichen Raum aus Fahrgastsicht“ sprechen. Der Fahrgastverband Pro Bahn wurde 1981 in Wuppertal gegründet. Er selbst vertritt im Bund und durch seinen Landes- und Regionalverbände vor Ort die Interessen der Fahrgäste in Bus & Bahn. Pro Bahn ist Mitglied im Europäischen Fahrgastverband sowie in der Allianz pro Schiene. In Münster gibt es einen Regionalverband (siehe oben), der Teil des Vereins Pro Bahn Nordrhein-Westfalen ist.

Das Bündnis „Straßenbahn für Münster“ will im Rahmen der Bahn-Tage mit einer Experten-Veranstaltung, eingeladen ist Prof. Dr. Heiner Monheim, Mitverfasser der Leipziger